Der richtige Schuh soll…muß es sein

Ich bin ja nun schon ein paar Jahre zu Fuß unterwegs und habe mir auch das ein oder andere paar Schuhe gegönnt. Da hab ich auch schon mal daneben gegriffen. Letztes Jahr sollten es mal ein paar neue sein und im Laden waren die auch wirklich gut. Nur leider waren die auch einen Hauch zu klein. Das habe ich aber erst bei einer Tour mit grösseren Auf- und abstiegen gemerkt. Vier Monte hat mein Zehnagel gebraucht, bis das Blau ausgewachsen war. Dieses Jahr als auch wieder Neue, aber diesmal passende.

Worum es aber eigentlich hier gehe soll, sind einfach ein paar Tipps rund um den Schuhkauf.

  1. Das erste und auch wichtigste beim Kauf, nehmt euch Zeit. Einfach so im Vorbeigehen wird das nix. Und wenn es den Tag einfach nach etlichen Anprobieren immer noch nichts wird, kommt an einen anderen Tag wieder und last euch nicht drängeln. Der Schuh soll euch und euren Fuß heil und ohne Schäden durch die Welt bringen. Schnellkäufe machen auch schnell blasen.

  2. Macht euch Gedanken für welche Gelände der Wanderschuh hauptsächlich eingesetzt werden soll. Jemand der nur im Flachland unterwegs ist, braucht keine D-Katekorie, mit dem man die höchsten Berge erklimmen kann. Um mal einen Anhaltspunkt zu bekommen und was unter den gängigen Kategorien zu verstehen ist, hier mal eine kleine Auflistung
    Kategorie Einsatzgebiet Gelände Schuhtyp
    A Einfacher Freizeitschuh für Spaziergänge Gut befestigte Wege, Straßen, Parkanlagen, wenige Höhenunterschiede Altagsschuh, leicht
    AB Leichte und einfache Tageswanderungen, kurze Mehrtagestouren mit leichtem Gepäck Feldwege, leicht befestigte Wege, Gelände flach bis hügelig, einfache Routen im Mittelgebirge Leichter Trekkinschuh auch mit leichten Knöchelschutz
    B Längere und anspruchsvolle Wanderungen, Mehrtagestrekkingtouren Mittelgebirge mit schlechten Wegen, Voralpin und leichte Bergwege Festere Wanderschuhe mit härterer Sohle und gutem Grip, stabilen Schaft und Schutz gegen Nässe
    BC  Anspuchsvolle Trekkingtouren  Hochalpin, Geröll, steinige Wege die guten Halt erfordern Stabiler Wanderschuch der ausreichend Halt im Schaft bietet
    C  Touren durchs Hochgebirge abseits von Wegen  Gletcher, Geröllfelder, ausgesetzte Wege, Klettersteige Alpinstiefel, fest und guter Isolation
    D  Hochgebirge mit höchsten Anforderungen  Eis-, Schnee-, Geröllfelder. Klettern.  Alpinstiefel, fest und guter Isolation für härteste Umgebungen
  3. Vom Onlinekauf rate ich ab. Last euch durch einen fachmännischen Verkäufer beraten. Solltet ihr ihm aber alle Informationen vorkauen müssen und fragt nur selten irgend welche Details ab, wechselt den Verkäufer oder auch den Laden. Ein guter Verkäufer holt sich alle Infos die er braucht, nimmt sich Zeit, gibt Tipps, geht auf euch ein und holt auch das achte Paar aus dem Lager ohne zu murren. Habt Ihr eure Wahl getroffen ist es dann nur fair, den Schuh auch dort zu kaufen und nicht Online, weil er da ja billiger ist. Das gilt allerdings nicht nur für Wanderschuhe. Es gibt viele gute Verkäufer, die leben davon.

  4. Noch ein Grund nicht Online zu kaufe ist das Anprobieren. Sich zwanzig paar Wanderschuhe nach Hause kommen lassen und dann später auch alle wieder zurückzusenden läßt nur die Paketdienste Geld verdienen. Aufwand und mögliche Kosten habt ihr. Im Laden sollte eigentlich immer eine gute Auswahl zum Testen bereit stehen. Man kann in Ruhe probieren und durch den Laden mit den Schuhen laufen. Viele Läden bitte kleine Testflächen mit verschieden Untergründen oder Laufbänder mit verstellbarer Steigung an. Die einfach nutzen um eure Wahl zu festigen oder zu verwerfen.

  5. Geht Nachmittags oder Abends die Wanderschuhe aussuchen. Die Füße schwellen im Laufe des Tages etwas an und dies kann bis zu einer halben Nummer ausmachen. Nach vorne sollte immer ein daumenbreit Platz sein. Da es durch die Kappen der Wanderschuhe meist recht schwierig ist die Zehen zu ertasten , hier ein kleiner Tip. Nehmt die Einlage aus dem Schuh raus und stellt euch drauf. Die Sohle sollte dann an der Ferse fast abschließen aber noch vorne mindestens 2cm überstehen. Das ist das was ich eingangs erwähnt nicht gemacht hatte. Ihr solltet beim Probieren auch eure Wandersocken tragen. Diese sind meist etwas dicker. So erhaltet ihr das Gefühl wie es sich bei der Wanderung dann anfühlt und man stellt schnell fest wo es drückt oder unangenehm reibt.

  6. Wenn ihr den Wanderschuh gekauft habt, bieten die meisten Geschäfte noch die Möglichkeit, den Schuh ein wenig zu Hause innerhalb der Wohnung zu testen. Also einfach innerhalb der ersten Woche die Schuhe in der Wohnung mal ab und an für eine halbe Stunde tragen. Sollte dann doch was sein, kann man die Schuhe zurückbringen.

Noch eine Anmerkung zu den verschiedenen Typen des Obermaterials. Ich persönlich bevorzuge einen Volllederschuh. Dieser schafft eine sehr angenehmes Klima an den Füßen und ist bei guter Pflege mit Wachs auch gut gegen Nässe schütz. So ein Schuh sollte eingelaufen werden, da sich das Leder noch anpaßt und geschmeidiger wird. Coretexschuhe sind eher was für die kälteren Tage, wo es auch mal recht Naß einhergeht. Diese sind wasserdicht und brauchen je nach Aussenmaterial in der Regel nicht eingelaufen werden. Damit die Klimaregulation im Schuh aber funktioniert, benötigt die Coretexmembran einen höheren Temperaturunterschied zwischen innen und aussen. Das kann im Sommer dazu führen, das die Füße ordentlich ins Schwitzen kommen und die Feuchtigkeit dann nicht entweichen kann. Das ist bei längeren Strecken dann doch recht unangenehm.

Ich hoffe mein kleiner Ratgeber hilft euch ein wenig beim nächsten Wanderschuhkauf. Ich wünsch euch auf jeden Fall viel Spaß auf der nächsten Tour mit eurer Neuerwerbung.

 

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